Gruselkabinett (171) – Das Gespensterschiff

Der junge Kaufmann Achmet gerät mit seinem Diener Ibrahim in Seenot. Als scheinbar einzige Überlebende gelangen die beiden Schiffbrüchigen an Bord eines Seglers, dessen Besatzung aus Leichen besteht, die sich nicht von der Stelle bewegen lassen. Nur nachts erwachen die Toten auf unheimliche Weise zum Leben.
Erst als Achmet und Ibrahim an der indischen Küste einen weisen Mann namens Muley treffen, finden sie einen Weg, dem Spuk ein Ende zu bereiten.

Der geneigte Hörer erlebt in dieser Folge des Gruselkabinetts nichts weniger als lebendige Hörspielgeschichte.
Der größte Coup ist nämlich die Besetzung des Dieners Ibrahim mit dem Schauspieler Bernd Kreibich.
Kreibich ist Hörspielkindern der 1970er und 80er Jahre nicht nur als Hadschi Halef Omar in Konrad Halvers legendären Karl-May-Hörspieladaptionen bekannt, sondern er spielte auch in der Gespensterschiff-Version des Labels EUROPA, die vor knapp 50 Jahren erschienen ist und eine der ersten Produktionen der Hörspielkönigin Heikedine Körting war.

Nur war Bernd Kreibich damals nicht als Ibrahim, sondern als Kaufmann Achmet zu hören.

Titania Medien hat die Geschichte sehr werkgetreu vertont, auch soundmäßig klingt natürlich alles moderner und kinoreifer als in den 70er Jahren.
Wie schon in früheren Folgen der Reihe, die auf dem Wasser spielen („Die Herrenlose“), gelingt den Machern einmal mehr eine wirklich plastische und auch teils unheimliche Atmosphäre an Bord des Schiffes, wenn die Geister spuken, der Sturmwind durch die Segel bläst und wenn die Balken krachen.

Die Besetzung ist hochkarätig, auch wenn ich beim Hören dieser neuen Adaption immer wieder an die Körting-Version meiner Kindheit zurückdenken musste.

Thomas Balou Martin ist ein polteriger Geisterkapitän, unerreicht bleibt allerdings Benno Gellenbeck in der EUROPA-Version und sein legendärer Ausruf „Potzsakra!“.

Der Schauspieler und Synchronsprecher Willy Röbke („Die Simpsons“) gefällt ebenfalls als weiser Muley, lässt mich als mittelalten Mann allerdings nicht mehr so erschaudern wie seinerzeit Hans Hesslings irres „Abrakadabra!“.

Trotz aller nostalgischen Verklärung ist „Das Gespensterschiff“ aber ein feines, gut gespieltes Hörspiel geworden. Ein Schauermärchen für große und auch noch nicht so große Leute.

Weitere Infos gibt es hier!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.