Offenbarung 23 (54) – Mozart, oder: Mitternacht in Wien

offenbarung 23 mozart oder mitternacht in wienDie nächste Chiffre bringt Georg und Nolo nach Wien, wo sie sich während einer nächtlichen Kutschfahrt unversehens in der Zeit zurück bewegen und so dem leibhaftigen Wolfgang Amadeus Mozart gegenüber stehen, der gerade an der Komposition seiner Zauberflöte feilt. Kann Georg Brand das Rätsel um Mozarts geheimnisvollen Tod lüften und damit eine noch viel weitreichendere Verschwörung aufdecken?

In letzter Zeit gab es ja wirklich viel Schmarrn aus der Feder von Jan Gaspard zu hören. Mit dieser Folge macht man erfreulicherweise aber mal wieder einen Schritt zurück. Georg, der selbstgerechte Verschwörungspsychopath tritt erfreulicherweise in den Hintergrund, dafür rückt die Verschwörung um den Tod von Mozart in den Mittelpunkt.

So treffen sich also Nolo, Georg und Amadeus in einem Wiener Theater und: Sie labern.

Ja! Tatsächlich mal wieder eine Laberfolge!

Beinahe ganz ohne Science-Fiction-Hokuspokus. Bis auf ein „emotionales Wurmloch“, in das Nolo und T-Rex am Ende geraten, und von dem sich Georg zu Bemerkungen hinreißen lässt, wie: „Ich kann den Osten einfach fühlen.“ Das ist natürlich kompletter Quatsch, der allerdings zu einem denkwürdigen Monolog des nicht minder wahnsinnigen Ian G zum Thema Geschichtsschreibung führt, über den man als Hörer gerne noch eine Weile nachgrübeln kann.

Außerdem überschwemmen einen die Protagonisten während ihrer mitternächtlichen Meetings geradezu mit historischen Fakten zu den Themen Freimauerer, Königshäuser, Aufklärung und Pillnitzer Deklaration, sodass ich jedem geschichtlich interessierten Hörer nur empfehlen kann, während des Durchlaufs ein (digitales) Nachschlagewerk bereitliegen zu haben.

Die Produktion geht insgesamt in Ordnung, jedoch möchte ich für die Zukunft dringend davon abraten, Hamburger Sprecher wie Klaus Dittmann und Wolf Frass mit aufgesetztem Wiener Akzent sprechen zu lassen. Das klingt fürchterlich.

Den Fehler hat man bei Tammo Kaulbarsch als Mozart glücklicherweise nicht gemacht, der mir in seiner Rolle als leicht überderehtes Musikgenie sehr gut gefällt. Und das nicht nur, weil er das gutturale R so herrlich rrrrrrrrrrrrrrollt.

So kann der Quatsch gerne weitergehen, und nach dem Ende von Folge 54, das ebenfalls an legendäre Cliffhanger aus vergangenen Zeiten (Folge 8!!!!) erinnert, darf man auf die nächste Folge gespannt sein.

Weitere Infos gibt es hier!

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