Revival

revivalAnfang der 1960er Jahre macht der kleine Jamie die Bekanntschaft des jungen Predigers Charles Jacobs. Der junge Mann, der ein besonderes Interesse für Elektrizität an den Tag legt, wird in seiner Gemeinde sehr beliebt, bis er eines Tages durch ein tragisches Ereignis vom Glauben abfällt.
Viele Jahre später, Jamie ist mittlerweile schwer drogensüchtig, Jacobs zieht als Wunderheiler durch die Lande, treffen sich die beiden Freunde wieder. Jacobs scheint besessen davon zu sein, mit Hilfe von Elektroschocks Menschen heilen zu wollen. Auch Jamie wird Zeuge der wunderlichen Fähigkeiten des Predigers.
Doch leider merkt auch er viel zu spät, welche verhängnisvollen Nebenwirkungen Jacobs´ Methoden haben können, und welche Ziele sein Freund wirklich verfolgt.

Wieder einmal dürfen wir in eine harmonische Kindheit in der Gegend um die fiktive Provinzstadt Castle Rock eintauchen. Was zunächst wie eine Art Spielerei beginnt, nämlich Charles Jacobs´ Experimente mit Elektrizität, begleitet uns und den Protagonisten Jamie durch ein ganzes Erwachsenenleben hindurch.

So werden wir Zeuge jenes furchtbaren Ereignisses, das Charles seinen Glauben, und uns als Hörer kurzzeitig den Atem raubt. Denn in der Beschreibung jenes jähen Grauens, das unvermittelt in den Alltag seiner Figuren einbricht, ist King einfach unerreicht.

Später beginnen wir mit Jamie eine Musikerkarriere, verlieben uns und stürzen ebenso unvermittelt in die Drogensucht ab.

Charles Jacobs wird im Lauf der Jahre immer wunderlicher, und im letzten Drittel des Romans präsentiert uns King dann einen Höllenritt, der sich anhört, als hätten ihn Howard Philips Lovecraft und Mary Shelley gemeinsam im Absinthrausch ersonnen.

So ist dieser Roman über weite Strecken zwar „nur“ eine Coming-of-Age-Geschichte, dabei aber immer spannend und unterhaltsam. Und wie so oft bei King bahnt sich das Unheil langsam seinen Weg ins Leben der Figuren.
Kommt es schließlich an die Oberfläche, dann dürfte auch nach dem Hören von Revival mancher Albtraum garantiert sein.

Vorleser David Nathan leistet wie immer sehr gute Arbeit in der stimmlichen Ausgestaltung auch und gerade der unheimlichen Szenen. Nur beschränkt er sich diesmal leider bei der Stimmgebung von älteren männlichen Figuren darauf, ihnen lediglich ein meist ähnlich klingendes Brummen zu verleihen. Gelungen ist dagegen die stimmliche Entwicklung des alternden Charles Jacobs, der im Lauf seines Lebens wiederholt Schlaganfälle erleidet.

Alles in allem ist Revival wieder ein gelungener Beitrag zum Alterswerk Stephen Kings, empfehlenswert nicht nur für Freunde moderner Schauerliteratur.

Weitere Infos gibt es hier!

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