Die vierzig Tage des Musa Dagh

die vierzig tage des musa daghGabriel Bagradian kehrt nach langer Zeit in seine armenische Heimat zurück. Kurz darauf beginnt der Erste Weltkrieg und die Verschickung der armenischen Minderheit. Gabriel will sich nicht in sein Schicksal ergeben und begibt sich mit 5000 Armeniern auf den Musa Dagh. Es wird ein langer Kampf gegen einen schier unbesiegbaren Gegner.

Es gibt Geschichten, die treffen mitten ins Herz. Kai Grehn hat aus dem 1000 Seiten dicken Roman von Franz Werfel ein beinahe drei Stunden langes Hörspiel gemacht. Und ich habe es in einem Zug durchgehört. Zeitweise mit Kloß im Hals und mit Tränen in den Augen.

Deshalb bin ich zuallererst dankbar dafür, dass durch die sensible Hörspielbearbeitung mir und allen anderen Hörern dieses wichtige Buch zugänglich gemacht wurde. Ich zumindest hätte den Roman wohl nie zur Hand genommen, da mich schon sein Umfang zu sehr abgeschreckt hätte.

In dem Hörspiel folgen wir zumeist dem Rückkehrer Gabriel Bagradian (Alexander Fehling), der zum charismatischen Anführer der Widerstandskämpfer wird, seinem Kamf gegen die Unterdrücker aber schließlich alles opfern muss, was ihm lieb und teuer ist.

„Das kann doch nicht wahr sein.“ schoss es mir auch immer wieder durch den Kopf. Etwa wenn der begnadete Erzähler Sebastian Blomberg (Der Staat gegen Fritz Bauer) mit seiner sanften Stimme wiederholt von den Gräueln während der Flüchtlingstreks berichtet.
Oder wenn Josef Ostendorf als Pastor Johannes Lepsius in den mit „Zwischenspiel der Götter“ überschriebenen Kapiteln versucht, den türkischen Kriegsminister Enver Pascha (Robert Gallinowski) davon zu überzeugen, die Deportation der Armenier zu beenden.

Großartige Schauspieler bis in die kleinsten Nebenrollen, verbunden mit der faszinierenden Musik von Araik Bartikian und David Kuckhermann machen das Hörspiel zu einem bewegenden Erlebnis, das lange nachwirkt.

Und jeder, der momentan einen Blick in die Welt wirft, wird sich der traurigen Aktualität des Themas bewusst sein.

Seit Eine Frau flieht vor einer Nachricht hat mich kein Hörspiel mehr so erschüttert zurückgelassen wie Die vierzig Tage des Musa Dagh. Ein Meisterwerk, das gerade heute möglichst viele Menschen hören sollten.

Eine Hörprobe gibt es hier!

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