Playlist – Das Hörspiel

Die 15-jährige Feline veschwindet spurlos auf dem Weg zur Schule. Ex-Polizist Alexander Zorbach wird von Felines Mutter mit der Suche nach dem Mädchen beauftragt. Zorbach zur Seite steht die blinde Physiotherapeutin Aline Gregoriev, mit der er auch schon den unter dem Namen „Der Augensammler“ bekannten grausamen Serienkiller gejagt hat. Und auch bei Felines Verschwinden scheint der gerissene Verbrecher seine Finger im Spiel zu haben.

Man muss sich wie immer auf den irrwitzigen, rasanten und ja, manchmal ziemlich blöden Trip Fitzeks einlassen, um Spaß an der Geschichte zu haben.
Und in der Tat gelingen in dem von Florian Bald und Oliver Rohrbeck gemachten Hörspiel auch packende Szenen, etwa gleich im Opener, in dem Feline beinahe gerettet wird.

Die Idee mit der titelgebenden Playlist klingt interessant und ist für den Autor und die Interpreten sicher auch einträglich, denn unter anderem kann man sich die Musik zum Buch ebenfalls auf CD kaufen, allerdings gehören die sich aus der Playlist ergebenden haarsträubenden Rätsel, die Alina und Alex oft unter Zeitdruck zu lösen haben, sicherlich zum schwächsten Teil des Romans.

Ebenso albern wird es, wenn sich Fitzek eine Klinik ausdenkt, in der Gewaltopfer die Möglichkeit zur Selbstjustiz an ihren Peinigern bekommen sollen.
Sicher, Fitzek war noch nie ein Feingeist, aber der ganze Plot rund um „Ambrosia“ ist nichts weiter als ein Vehikel für die vom Leser erwartete Dosis an zynischer Gewaltpornografie, gekrönt von der Art und Weise, wie sich eine der Hauptfiguren Zutritt zu der Klinik verschafft.

Fitzek ist immer dann am besten, wenn man vor lauter Wahnsinn und Hetze von Cliffhanger zu Cliffhanger vergisst, was für einen Schmarrn man da eigentlich gerade liest.

„Playlist“ kommt aber insgesamt erstaunlich blutleer daher und nervt stattdessen mit blöden technischen Gimmicks und Rätseln, die beim Lektorat für „Die drei ???“ in der Sondermülltonne landen würden.

Was die Qualität des Hörspiels angeht, so verlässt man sich bei Oliver Rohrbecks Lauscherlounge aber glücklicherweise auf Profis. Neben Simon Jäger, der den Löwenanteil der Erzählpassagen übernimmt, spielen, angemessen irre, Profisprecher wie David Nathan, Lisa Hrdina, Vera Teltz und Ronald Nitschke.
Untermalt wird das Ganze von einer atmosphärischen Geräuschkulisse sowie einem dezent dissonanten Psycho-Soundtrack.

Und natürlich darf man den größten Vorzug des Hörspiels nicht außer Acht lassen:
Immerhin muss sich der Hörer nämlich nicht den Horror der 15 Tracks von Felines Playlist antun.
So bleiben uns, wohl aus Rechtegründen, verdiente Vertreter der Neuen Deutschen Scheißmusik wie Johannes Oerding, Joris und Tim Bendzko glücklicherweise erspart.

Hier könnt ihr momentan das Hörspiel zusammen mit dem ungekürzten Hörbuch für nur ein Guthaben bei Audible erwerben.

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