Conni, Paul und die Sache mit der Freundschaft

Conni wird Mitglied der Leichtathletikmannschaft ihrer Schule. Das Training ist zeitraubend, und Conni möchte deshalb nicht ihre Freunde vernachlässigen. Aber auch Paul hat Probleme, weist jedoch die Hilfe Connis und seiner anderen Freunde zurück. Können sie ihm trotzdem helfen?

Ich mag Conni, was vor allem daran liegt, dass meine fünfjährige Tochter Conni mag. Und es ist der gemeinsamen Lektüre zahlreicher Conni-Bücher zu verdanken, dass meine Tochter sowohl ihren ersten Urlaubsflug, als auch den ersten Zahnarztbesuch problemlos überstanden hat.

Denn wenn Conni das schafft, dann schafft das meine Tochter auch.

Die vorliegende Geschichte richtet sich an Kinder ab acht Jahren und „beamt“ Conni in die siebte Klasse. Und sie rüstet die kleine, durchweg positive Heldin mit allen Problemen und Freuden der Vorpubertät aus. Conni ist zum ersten Mal verliebt, hat reichlich Schulstress, und ab und an herrscht auch mal Zickenterror zwischen ihr und ihren Freundinnen.

Man kann den Geschichten zwar auch weiterhin vorwerfen, dass sie sich in einem nahezu perfekten sozialen Universum abspielen. Die Kids stammen allesamt aus Akademikerhaushalten, sind materiell bestens abgesichert und haben eigentlich immer Zeit, sich irgendwo auf ein Eis zu treffen. Und wenn schließlich eine der Mütter den schönen Satz „Wenn alles gut geht, können wir das Haus behalten und ich kann mich um unseren Opa kümmern.“ sagen darf, dann fragt man sich kurz, wann denn die FDP Conni als neues Wahlkampfmaskottchen entdeckt.

Aber glücklicherweise findet die Geschichte auch Platz für echte Probleme, etwa die plötzliche schwere Erkrankung von Pauls Großvater. Und bei aller Heile-Welt-Atmosphäre wirkt der Umgang der Kinder miteinander meist lebensnah, anders als bei vielen anderen Jugenbuch-Reihen, in denen etwa Juniordetektive seit Generationen abstruse Fälle lösen.

Vorleserin Ann-Cathrin Sudhoff überzeugt mit ihrem Vortrag. Ihre jugendliche Stimme passt gut zu der Vorlage und sie findet meist den richtigen Ton. Lediglich bei der stimmlichen Charakterisierung der einzelnen Figuren hätte ich mir hin und wieder etwas mehr Abwechslung gewünscht.

Aber alles was ich hier bemängele, dürfte die präpubertäre weibliche Zielgruppe, an die sich dieses Hörbuch wendet, kaum stören. So können vormals kleine Conni-Fans mit ihrer Heldin Große-Mädchen-Abenteuer erleben, und die Eltern dürfen weiterhin unbesorgt ins Buch- oder CD-Regal greifen.

Mit Spannung warte ich auf den Tag, an dem Conni die Welt der Erwachsenenliteratur betritt. Und mir kommen Titel in den Sinn wie Conni – Breaking Bad oder Conni und der Bewährungshelfer.
Ich würd´s lesen.

Eine Hörprobe gibt es hier!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*