Heidi

heidi1Was die Qualität der Animation angeht, ist der Reboot der Trickserie Heidi nach den Geschichten von Johanna Spyri nicht weniger als eine Katastrophe. Weitgehend hölzern, lieb-  uns seelenlos staksen da compunteranimierte Kinder durch eine digital glatte Schweizer Bergwelt. Kein Vergleich also zur Anime-Version aus dem Jahr 1974, die unter Mitwirkung des Zeichentrick-Genies und späteren Oscar-Preisträgers Hayao Miyazaki (Chihiros Reise ins Zauberlnd) entstand.

Zu allem Überfluss schafft es der schmalzgewichste „Alpen-Elvis“ Andreas Gabalier auch noch, das eigentlich unkaputtbare Kult-Titellied von Christian Bruhn durch sein konsequent unerträgliches, windschiefes Geraune komplett zu verhunzen.

Nun aber das Erstaunliche: Als O-Ton-Hörspiele funktionieren die neuen Heidi-Abenteuer ausgesprochen gut!

heidi2So erleben wir die Ankunft des kleinen Mädchens bei ihrem verschrobenen Großvater und dürfen in den ersten Geschichten (3 pro CD) erleben, wie die Kleine das Herz des alten Griesgrams im Nu für sich gewinnt.

Ihr zur Seite steht der „Geißen-General“ Peter, der sie vor allerlei Gefahren beschützen muss, und dem sie immer wieder im Zwist mit seinen angeberischen Schulkameraden zur Seite steht.

Die Besetzung, gerade der Kindersprecher, ist wirklich gut gelungen. So gelingt es der jungen Léa Mariage in der Titelrolle mühelos, auch ohne Bilder die Herzen der kleinen und großen Zuhörer zu erobern.

Für die Rolle des Großvaters konnte man den erfahrenen Synchron- und Hörspielsprecher Helmut Krauss (Löwenzahn) gewinnen, der die Balance zwischen Miesepeter und liebevollem Opa gekonnt und einfühlsam zu spielen versteht.

heidi3In weiteren Rollen spielen unter anderem Nana Spier (Synchronsprecherin von Sarah Michelle Gellar), Liane Rudolph und Cathlen Gawlich (Die Elfen).

Und als Erzählerin überzeugt die reizende Petra Barthel, die man vor allem als deutsche Synchronstimme von Nicole Kidman und Uma Thurman kennt. Ihre Erzähltexte sind stets passend, nie zu ausführlich, und wurden von den Bearbeitern perfekt in die Spielhandlung eingefügt.

Lediglich der volksmusikalische Offenbarungseid Gabalier, der als Trenner zwischen den einzelnen  Episoden ein paar Takte des Titellieds krächzt, trübt den positiven Gesamteindruck ein wenig.

Schöne Kindergeschichten, perfekt zum Hörspiel aufbereitet und behutsam modernisiert. Und die dazugehörigen Bilder sind eh viel schöner, wenn man sie dem eigenen Kopfkino überlässt.

Weitere Infos gibt es hier!

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