Tod unter Gurken

Drei Herren treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Boule-Spiel und anschließenden Abendessen. Einer von ihnen ist der genussfreudige Pensionär und Hobbydetektiv Alfons Friedrichsberg, der immer wieder in die absurdesten Situationen und Kriminalfälle stolpert. Und seine beiden Freunde lässt er an seinen haarsträubenden Abenteuern teilhaben.

Erdacht wurde das Ganze von dem Schauspieler Kai Magnus Sting, den Hörspielfreunde vielleicht aus der aufwändig produzierten Sherlock-Holmes-Pasticheserie „Sherlock & Watson“ kennen.
Und er hat sich äußerst prominente Unterstützung geholt. Die Hauptrolle des gemütlichen Alfons Friedrichsberg spielt der Kabarettist Jochen Malmsheimer, fast alle weiteren männlichen Rollen übernimmt der Comedian und Hörspielfreund („Sherlock Holmes und das Geheimnis des weissen Bandes“) Bastian Pastewka.
Und als Gästin taucht immer wieder die zumeist umwerfend komische Annette Frier („Danni Lowinski“) auf.

Die Fälle sind ebenso grotesk wie skurril und voll mit schwarzem Humor.

Ein irrer Mörder zerstückelt seine Opfer und baut sie verkehrt wieder zusammen.
Ein Mann antwortet auf ein ungewöhnliches Zeitungsinserat und muss für seinen Traum von einer eigenen Villa zum Mörder werden.
Im ICE begegnet Friedrichsberg einer paranoiden Verschwörungstheoretikerin, im Wellnesshotel einer psychopathischen Masseurin.
Und dann trifft er auch auf Kleingärtner, die ihren Gartenhäcksler auf morbide Weise zweckentfremden und auf einen Mann, der alle Menschen, die er nicht leiden kann kurzerhand umbringt, woraufhin sich in seinem Keller die Leichen stapeln.

Regisseur Leonhard Koppelmann macht daraus eine amüsante Abfolge von Kurzhörspielen, die auf angenehme Weise an klassische Radiohörspiele erinnern. Alle Beteiligten spielen ihre Rollen überzeugend. Vor allem Bastian Pastewka zeigt auf eindrucksvolle Weise seine Wandlungsfähigkeit. Auch wenn er wiederholt den mehr oder weniger irren Mörder mimen darf, so gewinnt er jeder Figur eigene und komische Besonderheiten ab. Wobei sein lustigster Part wohl der des verzweifelten ICE-Lokführers ist, der Friedrichsberg und seine wirre Begleitung mit reichlich Verspätung an ihr Ziel bringt.
Die ängstliche „Blonde im Trench“ und alle weiteren weiblichen Rollen spielt Annette Frier ebenso abwechslungsreich und mit viel Gespür für Situationskomik.
Und mögen die Fälle auch noch so aberwitzig sein, das Spiel der beteiligten Schauspieler wird zu keiner Zeit comichaft oder übertrieben.
Die Spannung lässt lediglich im letzten Abschnitt des zweieinhalb Stunden langen Zweiteilers etwas nach. Schade, dass die letzte Geschichte um den Mord an einem chinesischen Koch nur noch als Lesung präsentiert wird.

Ich musste während des Hörens immer wieder an die Hörspielreihe „Das Triumvirat“ von Gisbert Haefs denken, in der drei Herren beim Kartenspiel über ungelöste Mordfälle sinnieren. Aber auch Freunde der Filme von Alfred Hitchcock, der Geschichten von Roald Dahl und der Fernsehserie „Fargo“ werden ganz bestimmt eine Menge Spaß beim Hören von Kai Magnus Stings Kriminalgrotesken haben.

Eine Hörprobe gibt es hier!

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