Tintenherz – Das Hörspiel

Der Buchbinder Mo flieht zusammen mit seiner Tochter Meggie überstürzt zu Meggis Tante Elinor, denn in deren kostbarer Bibliothek hat Mo das sagenumwobene Buch Tintenherz versteckt. Mo, genannt Zauberzunge, verfügt nämlich über die fantastische Gabe, Figuren aus Büchern „herauszulesen“, ein Umstand, den sich auch der böse Capricorn zu Nutze machen will, den es aus der Tintenwelt in die Welt der Menschen verschlagen hat.

Frank Gustavus, mittlerweile wohl so was wie der Haus- und Hof-Regisseur bei Oetinger Audio, hat nach einigen Geschichten von Astrid Lindgren nun das bekannte Kinderbuch von Cornelia Funke in ein 160 Minuten langes, packendes Hörspiel verwandelt.

Wer die hohe Qualität von Gustavus´ früheren Produktionen (Jack The Ripper – Die Geschichte eines Mörders, Blackout) schätzt, der wird auch mit dieser hochkarätig besetzten Produktion nicht enttäuscht. Ein erster Glanzpunkt ist schon Stephan Schad als Erzähler, den ich persönlich für einen der besten Hörbuch- und Hörspielsprecher halte, die wir zurzeit haben.

Robin Brosch als Mo und Leonie Landa als Meggie geben ein perfektes Vater-Tochter-Gespann ab, Gerlinde Dillge als oftmals recht bissige Tante Elinor passt ebenfalls gut in die Familie. Auf der Seite der „Guten“ stößt später auch noch Peter Weis in der Rolle des Tintenherz-Autors Fenoglio zu der Truppe.

Aber auch die Bösewichte sind mit erstklassigen Schauspielern besetzt, so etwa mit Peter Kaempfe als stets lauerndem Oberfiesling Capricorn, der sich mit Mos Hilfe nicht nur einen Weg zurück in die Tintenwelt ebnen möchte, sondern noch weitaus grausigere Pläne mithilfe der magischen Gabe des Buchbinders in die Tat umsetzen will.

Einer seiner Schergen, der skrupellose Basta, wird gesprochen von dem Schauspieler Lars Rudolph und ist für mich der heimliche Star dieses Hörspiels. Rudolph, der wegen seines Spiels und seiner oft finsteren Rollen (Der Krieger und die Kaiserin) oft mit Klaus Kinski verglichen wird, ist eine wirkliche Entdeckung für die Hörspielwelt. Selten war ein Hörspielschurke finsterer und furchteinflößender als der von ihm verkörperte Helfershelfer Basta.

Aber nicht nur die Sprecher machen diese Produktion zu einem Genuss, auch der stimmungsvolle Soundtrack des hörspielerfahrenen Komponisten Jan-Peter Pflug sowie die kinoreife Geräuschkulisse (Kopfhörer!!!) haben mich dem Hörspiel fasziniert und gespannt lauschen lassen.

Um so erfreulicher für mich, der mit dem Buch nie wirklich warm werden konnte.

Und jetzt noch das Beste: Sollte das Hörspiel ein Erfolg werden, dürfen wir uns bestimmt auch auf Hörspielfassungen von Tintenblut und Tintentod freuen!

Als Fazit bleibt deshalb nur eine unbedingte Hörempfehlung meinerseits. Und alle Bewerber um den Titel „Hörspiel des Jahres 2013“ dürfen sich zukünftig brav hinter Tintenherz einreihen.

Weitere Infos gibt es hier!

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