Spieltage: Die andere Geschichte der Bundesliga

Das Resümee am Ende des Hörbuchs scheint eher ernüchternd:
für einige Mannschaften schien die Einführung der Bundesliga der finanzielle Ruin zu sein, mehrfach drohte die gesellschaftliche Ächtung, das Fernsehen entdeckte den Fußball schließlich als Unterhaltungsfaktor für Millionen und pumpte daher ebensolche Beträge in seine Vermarktung.

Eine Win-win-Situation für alle? Ein stetiger Anstieg zu immer mehr, immer schneller, immer besser in allen Bereichen? Keinesfalls! Dies zeigt Ronald Reng am Beispiel des ehemaligen Bundesligaspielers und -trainers Heinz Höher. Den meisten ist er wohl dadurch noch im Gedächtnis, weil er als Trainer im Oktober 1984 eine Spielerrevolte beim 1. FC Nürnberg „überlebte“. Höher ist so etwas wie ein Anti-Held – stellvertretend für hunderte oder tausende von Profifußballer-Schicksalen damals wie heute. Reng schafft es einerseits auf die menschlichen Schwächen des Eigenbrötlers und Grantlers hinzuweisen, indem er ihn z.B. das ganze Buch hindurch zwei Bier und einen Klaren trinken lässt. Andererseits ergründet er in Gestalt von Höher die Faszination Fußball – den Mannschaftssport, das Aus- und Weiterbilden von Talenten, das Training und die Taktik durch die Jahrzehnte und selbstverständlich diese besonderen Spiele und Momente, die einem niemals mehr aus dem Kopf gehen.

Ronald Reng hat auch mit dieser anderen Geschichte der Bundesliga ein echtes Meisterwerk geschaffen, das nicht nur Fußballfans überzeugt, sondern ein Stück deutsche Kultur näher bringt.

Dem Vorleser Christian Ulmen steht man als Sportler vielleicht skeptisch gegenüber – im Kopf hat man den spießigen Beamten und drahtigen Tollpatsch im Fitnessstudio des Filmes „Männerherzen“. Ein Humor-Schauspieler soll ernsthaft das Thema Fußballgeschichte transportieren? Ulmen bzw. seine Stimme verschwindet hinter dem Inhalt! Mit dem nötigen Respekt und einer angenehmen Ruhe schafft er es, gerade die brisanten Passagen vorzutragen und unterstützt somit ein echtes Hörerlebnis.

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