Sherlock Holmes – Die Memoiren

Und weiter geht es mit der umfangreichen Sammlung des Audioverlags. In Box Nummer 3 bekommt der Holmesliebhaber acht Hörspiele auf 5 CDs präsentiert. Es handelt sich um Produktionen aus dem Archiven des Saarländischen Rundfunks, des Bayerischen Rundfunks und des Südwestfunks aus den Jahren 1962 bis 1984.
„Silberstrahl“, für mich einer der besten und originellsten Fälle des Meisterdetektivs, handelt vom mysteriösen Verschwinden eines Rennpferds.
In „Die Gloria Scott“ besucht Holmes als Student einen Jugendfreund, dessen Vater sich plötzlich mit Verfehlungen aus seiner Vergangenheit konfrontiert sieht.
„Das Musgrave Ritual“ stellt Holmes vor die Lösung eines alten Familienrätsels und gipfelt schließlich in einer Schatzsuche.
In „Sherlock Holmes spannt aus“ soll der Detektiv eigentlich zur Ruhe kommen, kann das Ermitteln alllerdings nicht lassen, als es in der Nähe seines Feriendomizils zu einer Reihe rätselhafter Einbrüche kommt.
„Der niedergelassene Patient“ mietet sich in die Praxis seines Arztes ein und macht ihm ein ungewöhnliches Angebot. Doch warum hat der Mann solche Angst? Holmes und Watson müssen helfen.
„Der griechische Dolmetscher“ wird Zeuge eines Verbrechens und möchte mit Hilfe von Holmes und Watson den Ort der Misshandlung eines jungen Mannes wieder finden. Eine turbulente Spurensuche beginnt.
In „Das Geheimabkommen“ kommt ein wichtiges Dokument abhanden und es badarf aller Kombinationsgabe des Meisterdetektivs, um das Schriftstück wieder zu beschaffen.
Und in „Das letzte Problem“ schickt Arthur Conan Doyle seinen Helden in die schicksalhafte Begegnung mit Professor Moriarty, die schließlich verhängnisvoll an den Reichenbachfällen in der Schweiz endet.

Eine sehr schöne Sammlung, die für jeden Holmesianer das ein oder andere Schmuckstück bereithalten wird.
Meine persönlichen Höhepunkte bleiben wie bisher die Produktionen des Bayerischen Rundfunks, in denen vor allem Peter Pasetti als Sherlock alle anderen an die Wand spielt. Pasetti, der den den Detektiv mit viel Lebensfreude und einem angenehm geringen Maß an Arroganz und Großkotzigkeit ausstattet, ist und bleibt einfach der beste Radio-Holmes.
Auch die übrige Besetzung der BR-Produktionen ist erstklassig und ermöglicht dem geneigten Hörspielfreund ein Wiederhören mit großen Stimmen, etwa mit Benno Sterzenbach („Dracula trifft Frankenstein“), Fritz Wepper und Horst Tappert („Derrick“) und Gerd Baltus.
Und obwohl damals noch mit eher bescheidenen technischen Mitteln produziert wurde, gelang den Machern auch ohne digitale Nachbearbeitung eine durch und durch überzeugende, oft sogar unheimliche Geräuschkulisse.
Zudem rührt viel von der Lebendigkeit der Hörspiele daher, dass bevorzugt noch im Ensemble, soll heißen gemeinsam „am runden Tisch“ aufgenommen und gespielt wurde.
Die Produktionen des SR („Das Geheimabkommen“, „Der griechische Dolmetscher“) versprühen aber auch immer noch ausreichend Charme für Fans von Radiokrimis der 1960er Jahre.
Rolf Henniger und Heinz Meier können mich auch diesmal in der einzigen enthaltenen SWR-Produktion („Der niedergelassene Patient“) nicht wirklich überzeugen. Zudem wird die Geschichte unnötig in die Länge gezogen. Immerhin gibt es mit Gerd Duwner (Synchronstimme von Danny DeVito) und Matthias Ponnier („Der Herr der Ringe“) tolle Schauspieler in den Nebenrollen.

So gehört meiner Meinung nach auch Box Nummer 3 in jede gute Hörspielsammlung. Sie bietet nicht nur Einblick in über 20 Jahre Radiohörspielgeschichte, sondern auch in die Welt und die Abenteuer des wohl bekanntesten Detektivs aller Zeiten.

Weitere Infos gibt es hier!

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