Porterville – Staffel 1

Wir erfahren vom Leben in Porterville aus der Perspektive verschiedener Bewohner und Zeitzeugen. Emily lebt in der vom rätselhaften „Draußen“ umgebenen Stadt und plant mit ihrem Freund eine Flucht durch die alten Geheimgänge unter der Stadt.
Jerry, ein junger Student, findet in alten Dokumenten die Spur einer Stadt, die es eigentlich nicht gegeben haben dürfte. Seine Suche nach Porterville findet in Maryland ein unerwartetes Ende.
Jefferson Prey, der einst am Aufbau des „neuen“ Porterville beteiligt war, hat zunehmend Zweifel an den edlen Absichten des neuen Stadtoberhaupts Takumi Sato. Und er ist nicht der Einzige, in dem sich Widerstand gegen die Verhältnisse in der Stadt regt.
Im Jahr 1985 erhält der Insektenforscher Paul Higgins das Jobangebot seines Lebens. Er soll an einer streng geheimen Expedition teilnehmen, muss dafür aber einen hohen Preis zahlen.
Und die junge Tori erlebt das Porterville des Takumi Sato so, wie es wirklich ist. Als totalitären, lustfeindlichen, unter Rohstoffmangel leidenden Überwachungsstaat, in dem sich die elitäre Minderheit auf Kosten der Not leidenden Mehrheit bereichert. Doch wie durch Zufall erhält Tori schließlich eine ganz eigene Möglichkeit, einen Blick nach „Draußen“ zu werfen.

Wie der mysteriöse Vorgänger Darkside Park, wird auch diese Quasi-Fortsetzung in drei Staffeln und in nicht chronologischer Reihenfolge erzählt. Kenntnisse von Darkside Park sind sicher hilfreich, aber meiner Meinung nach nicht zwingend notwendig. Neulingen entgeht so nur der „Spaß“, den ein oder anderen Querverweis nicht zu erkennen.

Zu Beginn stellt sich noch überwiegend Ratlosigkeit ein, am Ende von Staffel 1 meint man aber, erste grundlegende Zusammenhänge bereits verstanden zu haben. Zumindest, bis irgend wann die Jahreszahl 1584 auftaucht. 🙂

Was die Sprecher angeht, vertraut man wieder auf bekannte (Synchron-)Stimmen, und man tut gut daran. Benjamin Völz, vielbeschäftigter Synchronsprecher (David Duchovny, James Spader, Keanu Reeves), liest zwei Folgen, Leyla Rohrbeck überzeugt als „Ausbrecherin“ Emily. Mit Charles Rettinghaus (Robert Downey Jr.) geht es ins Jahr 1985 (und wohl weit darüber hinaus…), mein Hörerherz vollends verloren habe ich allerdings an Luise Helm (Synchronstimme von Scarlett Johansson), die die Rolle der Tori und ihren Weg vom gleichgeschalteten Schulkind hin zur Spionin für die vermeintlich gute Sache durch ihr facettenreiches, fein ausgesteuertes Spiel zu einem echten Hörerlebnis macht. Endlich mal wieder eine Stimme, von der ich mir ohne weiteres auch das Kursbuch der Deutschen Bahn vorlesen lassen würde.

Ein vielversprechender Auftakt eines neuen Mystery-Puzzles, der mich allerdings, bei aller Liebe zum Medium Hörbuch, immer wieder wehmütig daran denken ließ, was für eine grandiose Hörspielserie man aus Porterville hätte machen können.

Eine Hörprobe gibt es hier!

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