Nichts – Was im Leben wichtig ist (Hörspiel)

„Nichts bedeutet irgend etwas. Deshalb lohnt es sich nicht, irgend etwas zu tun“ Mit diesen Worten verabschiedet sich Pierre Anthon aus seiner Klasse und gewissermaßen aus dem Leben, steigt auf einen Pflaumenbaum und verbringt seine Tage fortan damit, alle Vorübergehenden wüst zu beschimpfen. Pierre Anthons Klassenkameraden wollen ihn eines Besseren belehren und sich nicht weiter provozieren lassen. In einer verlassenen Sägemühle tragen sie auf einem „Berg der Bedeutung“ Dinge zusammen, die ihnen etwas bedeuten. Doch was harmlos beginnt, läuft bald gefährlich aus dem Ruder.

Nachdem ich bereits das Buch gelesen und das von Laura Maire großartig gelesene Hörbuch gehört hatte, stand nun die von Leonhard Koppelmann inszenierte Hörspielfassung auf dem Programm.

Dabei ist mir zu allererst der düstere Grundton der Produktion aufgefallen, der mir in diesem Maß aus der Buchvorlage nicht in Erinnerung war. Unterlegt von dunklen Klaviertönen beginnt Anna Fischer als Erzählerin. Und es treten weitere Erzähler auf. Fast jeder der beteiligten Jugendlichen tritt als Erzähler in Erscheinung.

Diese Art von inszenierter Lesung nimmt leider (insgesamt) überhand. Dadurch fällt es schwer, eine Identifikationsfigur zu finden, anders als im Buch, wo die im Hörspiel von Anna Fischer gesprochene Agnes die einzige Erzählerin ist.

Und dann ist da immer wieder diese Schwere, diese gewollte Melodramatik, die manche Kritiker auch dem Buch vorwerfen.

Beim Lesen des Buchs hatte ich stets das Gefühl, es doch eigentlich mit relativ normalen Jugendlichen zu tun zu haben, deren Leben durch Pierre Anthon langsam aus dem Ruder läuft. Beim Hören des Hörspiels hingegen, dachte ich von der ersten Minute an, es handle sich bei den Klaassenkameraden von Pierre Anthon um eine Horde Psychopathen.

Und wenn es in Richtung Finale geht, ist das ja durchaus in Ordnung, hier entfaltet das Hörspiel dann auch eine wirklich beklemmende Wirkung.

Insgesamt würde ich Koppelmanns Version von Nichts – Was im Leben wichtig ist eher als inszenierte, stellenweise arg thetralische Lesung mit Hörspielelementen bezeichnen.

Ohne Zweifel eine gute Produktion, als Hörspiel jedoch nicht durchweg überzeugend.

Hier gibt es eine Hörprobe!

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