Monster 1983 – Staffel 2

Nach den dramatischen Ereignissen am Ende von Staffel 1 ist Sheriff Cody mit seiner Familie aus Harmony Bay verschwunden. Notgedrungen wird Deputy Landers zum Sheriff befördert und bekommt es gleich mit einer Reihe neuer mysteriöser Ereignisse zu tun. Die Leiche seines ehemaligen Vorgesetzten wird aus einem See gezogen, die Opfer des Nachtmahrs scheinen nicht zu verwesen und die Mitglieder des geheimnisumwitterten „Manila Clubs“ investieren offenbar viel Geld in ganz und gar „extravagante“ Wünsche.
Und Amy? Die dürfen wir auf ihrer Flucht in Richtung San Francisco begleiten, wo sich ihr Vater die Rettung des kleinen Mädchens vor dem bösen Nachtmahr erhofft.
Aber die Mühe scheint vergebens, denn das unheimliche Wesen gewinnt mehr und mehr Macht über das Kind und bahnt sich unaufhaltsam seinen zerstörerischen Weg nach außen.

Dieses Hörspiel ist für mich (Jahrgang: 1976) ein regelrechter Trip zurück in die Kindheit.
Es gibt unzählige Anspielungen auf Filme, Fernsehserien und Musik der frühen 1980er Jahre. Etwa wenn die Kinderbande um Flower, Bacon und Toby sich zum geheimen Horrorfilm-Gucken trifft („Alien“ oder „Das Ding aus dem Sumpf“?). Oder wenn Nana Spier als DJane Nicky High gewissermaßen ihre eigene Mutter Almut Eggert zitiert, wenn sie die Leute im Radio spaßeshalber vor dem unheimlichen Nebel warnt, so wie Almut Eggert als deutsche Stimme von Adrienne Barbeau in John Carpenters Kultgruselstreifen „The Fog“.

Und wenn Gerrit Schmidt-Foss als undurchsichtiger Hotelgast Giovanni Marzini den „verdammt guten Kaffee“ im örtlichen Diner lobt, steigt die eh schon enorme Vorfreude auf die zweite Staffel von „Twin Peaks“ ins Unermessliche.

Aber das Autorentrio Menger, Weber und Strohmeyer vergisst vor lauter Nostalgie glücklicherweise nicht, die Story voranzutreiben.
So werden wir Zeugen des Martyriums der kleinen Amy, was dank des vorzüglichen Spiels der kleinen Helen Blaschke sehr zu Herzen geht.
Und wir begleiten Familie Cody auf ihrer Flucht nach San Francisco, während der der Nachtmahr erstmals „persönlich“ in Erscheinung tritt und einem dank der schauerlich-schönen Performance von Andreas Fröhlich ein ums andere Mal die Haare zu Berge stehen lässt.

Obwohl eine dritte Staffel bereits angekündigt ist, lässt das Ende der zweiten Staffel die Hörer erfreulicherweise nicht nur mit offenen Fragen und Enden zurück.
Nein, wir erfahren nämlich endlich, was sich in der mysteriösen Höhle verbirgt und wer und was genau hinter dem „Manila Club“ steckt.
Dass man damit in diesem Kaleidoskop aus Bezügen und Versatzstücken verschiedenster Genres auch noch den mittlerweile mehr als ausgelutschten Torture Porn mit einbeziehen musste, kann man als ein wenig zu viel des Bösen erachten. Aber das wäre Jammern auf sehr, sehr hohem Niveau.

So ist auch Staffel 2 von „Monster 1983“ ein durchweg perfekt produziertes, extrem spannendes und vielseitiges Ausnahmehörspiel, in dem es von Durchlauf zu Durchlauf immer neue Details zu entdecken gibt.
Es bleibt zu hoffen, dass Audible auch weiterhin in solche ungewöhnlichen Stoffe investiert und vielleicht über kurz oder lang zum „Netflix für Hörspiele“ wird.

Das Hörspiel ist bei Audible, Amazon und ITunes erhältlich.

Hier kann man reinhören!

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