Mondscheinjunge

mondscheinjungeDer vierzehnjährige Tyler leidet an einer seltenen Krankheit, die es ihm unmöglich macht, sich längere Zeit im Sonnenlicht aufzuhalten. Die Tage verbringt er in seinem Zimmer, nur nachts kann er sich gefahrlos nach draußen wagen. Sein Leben und das seiner Familie wird stark durch die Krankheit beeinflusst.
Als eines Tages ein Mädchen aus der Nachbarschaft verschwindet, gerät Tylers Leben komplett aus den Fugen.
Hat jemand aus seinem Umfeld etwas mit dem Verschwinden der kleinen Amy zu tun?

Cool! Mark Bremer hat einen eigenen Hörbuchverlag! Nur durch Zufall stieß ich darauf und nahm sofort Kontakt auf.
Wer Mark Bremer noch nicht kennen sollte:
Mark Bremer spielte die Hauptrolle in Peter Lundt – Blinder Detektiv, meiner bescheidenen Meinung nach einer der besten Hörspielserien der Zweitausendnullerjahre, die leider nach nur 12 Episoden eingestellt wurde.

Der vorliegende Roman der US-Autorin Carla Buckley ist eine der ersten Hörbuchproduktionen des Verlags.
Das Cover verspricht einen „psychologischen Spannungsroman“, und den bietet Mondscheinjunge in der Tat.

Erfreulicherweise kippt das Ganze dabei nie in Richtung Kitsch oder Erbauungsliteratur. Zwar liegt der Fokus immer auch auf der schweren  Erkrankung Tylers, konzentriert sich aber nicht nur auf den Jungen, sondern hat die ganze Familie im Auge.
So erleben wir Teile der Geschichte aus wechselnden Perspektiven, mal aus der der Mutter, mal aus der des Vaters und mal aus der der Kinder. Und wir erfahren so, wie jeder der Beteiligten mit dem schweren Schicksal der Familie zu leben versucht.

Auch der Spannungsaspekt funktioniert ausgezeichnet, obwohl wir Hörer mit dem Zeitpunkt des Verschwindens von Amy über das Schicksal des Mädchens und den „Täter“ Bescheid wissen.

Und Mark Bremer? Der braucht ein wenig Zeit, um sich richtig in die Geschichte einzulesen und einzuleben, erweist sich dann aber als ausgezeichneter Erzähler mit einem Gespür für Charaktere und Stimmungen.
Und er hält das Spannungslevel konstant hoch, bis hin zum Finale, das wie der ganze Roman ohne spektakuläre Effekte auskommt und dadurch nur um so lebensnaher wirkt.

Auf alle Fälle ein Hörtipp für Freunde anspruchsvoller Kriminalliteratur, und ganz sicher nicht meine letzte Lesung von Mark Bremer.

Weitere Infos gibt es auf der Verlagsseite!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*