Humanemy (01) – Das Chamäleon

humanemy das chamäleonIrgendwann in der Zukunft:
Der Top-Agent Lennart, genannt „Das Chamäleon“, wird ohne Vorwarnung von einem Auftrag abgezogen und findet sich plötzlich allein und von aller Welt verfolgt wieder. Um den Gründen für seinen unfreiwilligen Ausstieg auf den Grund zu kommen, und weil das Geld knapp wird, schließt er sich schließlich einer Truppe durchgeknallter Krimineller an. Zusammen mit ihnen plant er einen ganz großen Coup.

Humanemy ist eine Produktion des Labels Lindenblatt Reords, gegründet von den Brüdern Stefan und Thomas Lindner und beheimatet im oberbayerischen Puchheim.
Ich wurde durch einige lobende Berichte im Internet auf das Label aufmerksam, und bereits nach dem Hören des ersten Teils dieser vierteiligen Reihe kann ich die Begeisterung voll und ganz nachvollziehen.

Schon der Auftakt der Geschichte ist kurios, denn da muss der Agent Lennart unfreiwillig Zeuge eines äußerst „intimen“ Erlebnisses seines Observierungsopfers werden. Ein Heidenspaß!
Was danach folgt, ist ein teils planloser, teils actiongeladener Trip durch Lennarts futuristische Heimatstadt, bei der es sich, wenn man nach der süddeutschen Sprachverfärbung mancher Sprecher geht, durchaus um eine düstere Zukunftsversion von München-Neuperlach handeln könnte. :-)

Was die Sprecher angeht, so sticht zuerst und vor allem Thomas Lindner in der Hauptrolle ins Ohr. Es ist eine wahre Freude ihm zuzuhören, und sein meist ultra-cooles, manchmal aber auch ziemlich verpeiltes Spiel der Rolle sorgt dafür, dass nicht nur die Spannung durchgängig auf einem hohen Level bleibt, sondern auch die meisten der meist gut gesetzten Gags zünden.
Irgendwann tritt dann auch der zweite Lindner-Bruder in der Rolle des dezent wahnsinnigen Hackers Bones auf den Plan, und auch ihn muss man einfach gern haben, spätestens wenn er Sätze vom Stapel lässt wie: „Ich wünschte, ich wäre Bildhauer. Ich würde den ganzen Tag nur Skulpturen anfertigen. Mit Schwammerlköpfen und riesigen Pimmeln.“

Die Leistungen der übrigen Sprecher sind unterschiedlich stark, jedoch haben die Macher glücklicherweise darauf geachtet, größere (wichtigere) Rollen auch mit den talentierteren Sprechern zu besetzen. Die prominentesten Mitglieder des Casts sind Claudia Urbschat-Mingues (Dorian Hunter) als Bardame und Oliver Mink (Synchronsprecher von Mark Wahlberg) als Sprecher des Intros, nebenbei bemerkt des rockigsten und coolsten Intros, das man seit den Tagen des seligen Steven Caine zu hören bekommen hat.

Auch die sonstige Musikuntermalung sowie die eingesetzten Soundeffekte sind nicht von schlechten Eltern und unterstützen sehr gut das futuristische Setting.

Das ist doch mal ein Ereignis. Ein wie aus dem Nichts auftauchender, abgefahrener und äußerst unterhaltsamer Mix aus Auf der Flucht, The Matrix und The Big Lebowski.

Die größte Hörspielüberraschung seit Der Fluch.

Mehr Infos gibt es hier!

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