Gruselkabinett (72) – Markheim

gruselkabinett markheimEigentlich will Markheim nur ein Geschenk für seine Verlobte kaufen. Als er aber bei dem Antiquitätenhändler Miller in einen Spiegel blickt, nehmen die Dinge einen unerwarteten, dramatischen Verlauf. Markheim macht Bekanntschaft mit seiner dunklen Seite, und so nimmt sein Schicksal unaufhaltsam seinen Lauf.

Ein Hörspiel, das mit der Hinrichtung des Protagonisten beginnt, kann das spannend sein? Es kann, wie dieses neue Hörspiel aus dem Titania Gruselkabinett beweist. Alles, was die Macher dafür brauchen, ist ein kleiner, aber feiner Sprechercast. Vor allem über das Wiederhören mit Helmut Zierl (Die Elfen) in einer großen Rolle habe ich mich sehr gefreut. Es ist ein großes Vergnügen, ihm als von allen Gewissensnöten geplagten Markheim zuzuhören. Ein weiterer Glücksgriff ist Hans Bayer als „Der Fremde“, mit dem sich Markheim nach seiner Freveltat auseinandersetzen muss. Ein wirklich beeindruckendes, philosophisches Kammerspiel, das sich die beiden da liefern.

Die Geschichte von Robert Louis Stevenson erinnert teilweise an seine bekannte Erzählung Dr. Jekyll und Mr. Hyde, aber auch an Edgar Allan Poes Das verräterische Herz.

Wie so oft darf man auch bei diesem Teil der Reihe keinen effektbeladenen Horrorschocker erwarten, wer allerdings die von Titania Medien gewohnte leicht schaurige und atmosphärische Unterhaltung schätzt, der wird hier voll auf seine Kosten kommen. Es versteht sich von selbst, dass die Macher beim Thema Geräusch- und Musikuntermalung wie gewohnt gekonnt aus dem Vollen schöpfen, um dem Hörspiel eine filmreife Atmosphäre zu geben.

So bleibt Markheim, trotz des eher ruhigen Grundtons, am Ende ein wirklich gut gemachtes Hörspiel, übersinnlich-philosophisch, toll gespielt und wieder mal ein Beweis für die Vielseitigkeit und Offenheit der Macher auf der Suche nach neuen Stoffen für die Hörspielreihe Titania Gruselkabinett.

Eine Hörprobe gibt es hier!

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