Gruselkabinett (164) – Die Toten vergeben nichts

Der Cowboy Jim erschießt nach einem Streit im Suff einen ehemaligen Sklaven und dessen Frau. Kurz vor ihrem Tod schwört ihm die als Hexe verschriene Jezebel ewige Rache. Und tatsächlich kommt es daraufhin in Jims Umfeld zu unerklärlichen und gefährlichen Ereignissen.

Man meint, man hätte in den letzten 17 Jahren schon alles gehört im Titania Gruselkabinett, da kommt Marc Gruppe plötzlich mit einem übersinnlichen Western um die Ecke.
Die Story stammt vom Experten für actionreiche Gruselunterhaltung und Lovecraft-Spezi Robert E. Howard.
Und was die Macher an Wild-West-Atmosphäre in knapp 45 Minuten hier abliefern, ist wirklich beeindruckend.
David Nathan gibt überzeugend den raubeinigen und versoffenen Viehtreiber, der sich sein schlechtes Gewissen von der Seele schreibt und angesichts der rätselhaften Ereignisse um ihn herum zunehmend paranoid wird.

Mit Ingeborg Kallweit als „Hexe“ Jezebel hat man eine Kultsprecherin aus zahlreichen EUROPA-Kinderproduktionen der 1980er Jahre ins Titania-Studio geholt.
Und obwohl ihre Rolle in der vorliegenden Produktion eher garstig angelegt ist, wurde es mir als Kassettenkind warm uns Herz.
Denn ich erinnerte mich schlagartig an das TKKG-Hörspiel „Hexenjagd in Lerchenbach“ und daran, wie gerne ich als damals Siebenjähriger die von ihren Nachbarn tyrannisierte Helga Götze in heldenhafter Tarzan-Manier gerettet hätte.

Aber ich schweife ab.

Musik, Effekte und Spielfreude der Darsteller (Dietmar Wunder, Patrick Bach, Jürgen Thormann…) sorgen in jedem Fall dafür, dass man sich beim Hören liebend gern mit Jim zum Saufen an den Tresen des Saloons setzt oder die Panik nachempfinden kann, die er und seine Mitstreiter angesichts einer außer Kontrolle geratenen Rinderherde empfinden.

Zum Schluss dieses grimmigen Hörspielkleinods werden wir dann noch Zeugen einer Gerichtsverhandlung rund um Jim Gordon, gekrönt von einer ziemlich fiesen Schlusspointe.

Ein Genuss, nicht nur für Westernfreunde. Ein 45-minütiger, übersinnlicher Höllenrit.
Auf dass euch die Kugeln um die Ohren pfeifen und der Präriestaub in den selbigen knirschen möge.

Und ja, ich liebe Sie, Frau Götze.

Hier gibt es eine Hörprobe!

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