Gruselkabinett (106) – Das Traktat Middoth

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William Garrett arbeitet in einer der berühmtesten Bibliotheken des Landes. Eines Tages verlangt ein Fremder nach einem besonderen Buch. Als der junge William ihm das Buch holen will, begegnet er einer unheimlichen Gestalt und verliert vor Schreck das Bewusstsein.
Als er sich im Anschluss ein paar Tage auf dem Land erholen möchte, lässt ihn nicht nur der Gedanke an das geheimnisvolle Buch nicht los, auch das schauerliche Wesen aus der Bibliothek scheint ihn weiterhin zu verfolgen.

Eine weitere Geschichte von M. R. James liegt hier in einer stimmungsvollen Hörspielfassung vor, die ebenso überzeugen kann wie zuletzt Verlorene Herzen, dessen Vorlage ebenfalls aus James´ Feder stammt.

Der Horror kommt auf leisen Sohlen in die englische Bibliothek, und ihm zuvor kommt Bernd Rumpf (Synchronsprecher von Liam Neeson), der als Gutsbesitzer John Eldred eine Schlüsselrolle in der Geschichte wird.
Und es ist weniger spektakulären Effekten zu verdanken, dass sich die Schauerstimmung auf den Hörer überträgt sondern viel mehr den überzeugenden Leistungen der beteiligten Sprecher zu verdanken.

Allen voran ist hier Constantin von Jascheroff in der Hauptrolle zu nennen, außerdem Lutz Mackensy, der aus der Nebenrolle eines dauergenervten Bibliothekars eine denkwürdige Performance macht.

Eine große Freude ist auch der Auftritt von Herma Koehn, die Hörspielkinder der 1960er und 70er Jahre noch als die einzig wahre Ntscho-tschi aus den legendären Karl-May-Hörspielen von Konrad Halver in Erinnerung haben werden.

Und auch wenn das Ende von Das Traktat Middoth versöhnlicher ausfällt als das von Verlorene Herzen, wird die finale Entdeckung Williams sicher für das ein oder andere aufgestellte  Nackenhaar innerhalb der Hörerschaft sorgen.

Was soll man sagen? Titania Medien steht weiter für Hörspielproduktionen erster Güte.
Und weil es viel zu selten geschieht, an dieser Stelle auch mal ein Lob an den Künstler Ertugrul Edirne, der dem Hörspiel eines der schönsten, sicher aber das schauerlichste Cover der gesamten Reihe spendiert hat.

Eine Hörprobe gibt es hier!

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