Gruselkabinett (105) – Mitternachtsweg

gruselkabinett mitternachtswegEin Mann wird tot am Strand der Insel Sylt entdeckt. Der junge Journalist Johannes Kielland will mehr über den Verstorbenen erfahren und trifft schließlich auf dessen Lebensgefährtin. Johannes ist fasziniert von der attraktiven Helma, die mehr über den Tod ihres Freundes zu wissen scheint, als sie zugeben will. Im Lauf der Zeit stößt Johannes auf eine tragische Geschichte über Liebe, Schuld und Tod, die weit in die Vergangenheit reicht.

Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass man sich erstmals einer modernen Vorlage gewidmet hat. Der dem Hörspiel zugrunde liegende Roman stammt aus dem Jahr 2014 und wurde von Benjamin Lebert (Crazy) verfasst.

Beim Thema Schauerromantik bleibt man sich dagegen treu, denn nach und nach wird im Lauf des Hörspiels eine tragische Liebesgeschichte enthüllt, die die unbekannten Toten von Sylt nicht zur Ruhe kommen lässt.

Der große Cast glänzt mit bekannten (Hör-)Schauspielern, allen voran Marius Clarén (Synchronsprecher von Jake Gyllenhaal) in der Rolle des Johannes und Altmeister Eckart Dux als Reporter im Ruhestand, dem Johannes seine fantastische Geschichte zukommen lässt.
Melanie Hinze überzeugt ebenfalls in ihrer Darstellung der geheimnisvollen Helma. Mit ihrer gelungenen Mischung aus Geheimnis und Erotik wird schnell klar, warum ihr die Männer reihenweise verfallen.

Die genauen Hintergründe der Geschichte, und damit die Lösung des Rätsels um die Toten von Sylt werden langsam enthüllt und halten am Ende eine echte Überraschung bereit, die ich so nicht vorhergesehen habe.
Spektakuläre Schreckeffekte darf man diesmal nicht erwarten. Die passende Stimmung wird wie meistens eher durch die starken Leistungen der Schauspieler und die dadurch entstehende Atmosphäre erreicht. Musikalisch verwendet man in diesem Hörspiel neben den gewohnt klassischen Stücken auch moderne Melodien.

Alles in allem ist so wieder ein wirklich gelungenes Hörspiel entstanden.

Da ich mich seit einiger Zeit wieder vermehrt mit moderner Schauer- und Horrorliteratur befasse, wünsche ich mir für die Zukunft der Reihe Gruselkabinett weitere Experimente dieser Art. Ich entdecke eine schier unermessliche Zahl an Kurzgeschichten, vornehmlich englischer und amerikanischer Autoren, die sich durchaus für die Reihe eignen würden. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einem Hörspiel basierend auf einer Geschichte von Ramsey Campbell, Christopher Fowler oder Paul Tremblay? Teurer als ein Benjamin Lebert können die ja auch nicht sein. :-)

Eine Hörprobe gibt es hier!

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