Grabeskalt

GrabeskaltDrei Gruselhörspiele hat der Hörverlag kürzlich in einer Box wiederveröffentlicht. Dracula, eine Eigenproduktion des Hörverlags und im Jahr 2004 unter der Regie von Sven Stricker entstanden, überzeugt durch die perfekte Machart und eine hochkarätige Besetzung, etwa Gerd Baltus in der Rolle des Dr. van Helsing, Felix von Manteuffek in der Titelrolle und Andreas Fröhlich als Irrenarzt Dr. Seward. Die Hörspielumsetzung bleibt sehr dicht an der Romanvorlage und erinnert in ihrer Herangehensweise an die opulente Dracula-Verfilmung von Francis Ford Coppola aus dem Jahr 1992, wenngleich der Hörspiel-Dracula mehr ein blutdürstiger Unhold ist, anders als Gary Oldmans Interpretation des Grafen als tragische Figur im Kinofilm.

Frankenstein, eine Produktion des WDR aus dem Jahr 1999, ist ebenso hochkarätig besetzt und setzt die Geschichte des besessenen Wissenschaftlers Dr. Frankenstein, der aus Leichenteilen eine Kreatur erschafft, die schließlich ihn und seine Familie ins Unglück stürzt, filmreif und wiederum sehr nah an der literarischen Vorlage in Szene.

Zu hören sind in dem Hörspiel so hochkarätige Sprecher wie Jens Wawrczeck, Hansa Czypionka als Frankenstein und Peter Lieck als das „Geschöpf“.

Die Geräuschkulisse ist, wie auch bei Dracula, sehr beeindruckend, besonders schön zu hören an Bord des Forschungsschiffes auf seinem Weg durch das arktische Eis, auf dem Victor Frankenstein dem Abenteuerer Robert seine Geschichte erzählt. Seien es nun die knarrenden Schiffsdielen, die Schiffsglocke oder unbarmherzige Unwetter auf hoher See. Ganz großes Kopfkino!

Friedhof der Kuscheltiere schließlich, ebenfalls 1999 vom WDR produziert, ist die bisher einzige Hörspielumsetzung eines Stephen-King-Romans. Wer hier allerdings ein schauriges Effektfeuerwerk im Stil von Dorian Hunter erwartet, der liegt falsch. Die ebenfalls prominet besetzte Produktion klingt eher nach einem klassischen Radiohörspiel, schafft es aber trotzdem, dank des gekonnten Einsatzes von Geräuschen und Musik, eine nicht minder unheimliche Atmosphäre zu erzeugen.

Eine wirkliche Glanzleistung liefert hier der große Manfred Steffen in der Rolle des gutmütigen Nachbarn Jud ab, der Familienvater Louis, gesprochen von László Kish, erst auf die Spur des unheimlichen Tierfriedhofs bringt.

Diese Box ist allen Freunden gut gemachter Gruselunterhaltung wärmstens zu empfehlen und bei einem Preis von nicht mal 3 € pro CD noch dazu ein echtes Schnäppchen.

Eine Hörprobe gibt es hier!

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