Finderlohn

Morris Bellamy ist in den 1970er Jahren ein fanatischer Fan des Autors John Rothstein. Dieser hat eine Reihe erfolgreicher Romane veröffentlicht, sich aber dann vom Schriftstellerleben verabschiedet. Eines Abends bricht Morris bei dem Autor ein, ermordet ihn und erbeutet eine Reihe von Notizbüchern, in denen sich Fortsetzungen der Romane Rothsteins befinden.
Kurz bevor er für ein anderes Verbrechen für mehrere Jahre ins Gefängnis wandert, kann Bellamy den Koffer mit den Notizbüchern noch verstecken.
Jahre später findet der junge Pete Saubers den Koffer und entdeckt bald, welchen Schatz er damit in Händen hält.
Aber auch Morris Bellamy will nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis die Notizbücher zu Geld machen. Bald hat er Peter aufgespürt, und eine gnadenlose Jagd beginnt.

Das erste Drittel des Romans beschäftigt sich fast ausschließlich mit dem Leben und Verbrechen von Morris Bellamy, der eine verhängnisvolle Leidenschaft für den Autor Rothstein und sein Werk entwickelt. Ein Thema, das King bereits mehrfach in der Vergangenheit aufgegriffen hat, etwa in Misery oder Stark – The Dark Half.
Und so erwächst auch in Finderlohn aus der vermeintlichen Liebe zur Literatur das absolut Böse, denn die wertvollen Notizbücher werden zum Dreh- und Angelpunkt des Romans, für den Morris Bellamy schließlich über Leichen gehen wird.

Im zweiten Drittel des Romans gibt es ein Wiedersehen mit einigen lieb gewonnenen Figuren aus Mr. Mercedes, denn Bill Hodges, der den Mercedes-Killer überführt hat, hat sich mittlerweile als Detektiv selbstständig gemacht. Zusammen mit der psychisch labilen Holly und Computernerd Jerome werden sie im Lauf der Geschichte zu Rettern in der Not für den zunehmend in Bedrängnis geratenden Pete Saubers.

Wie jeder Mittelteil einer Trilogie, der abschließende Teil soll unter dem Titel End Of Watch 2016 in den USA erscheinen, hat auch Finderlohn mit ein paar überflüssigen Längen zu kämpfen, schafft es aber immer wieder durch seine sympathischen Helden ausgezeichnet zu unterhalten, und dreht in den letzten Kapiteln noch einmal ordentlich an der Spannungsschraube.

David Nathan lässt durch seinen professionellen Vortrag glücklicherweise zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen. Er macht sich die Figuren und deren Marotten (Holly!) gekonnt zu eigen, und lässt die knapp 15 Stunden der ungekürzten Lesung zu einem rundum angenehmen Erlebnis werden.

Außerdem macht King unbändige Freude auf Teil 3 der Trilogie, denn ganz am Ende macht sich der Mercedes-Killer auf äußerst bedrohliche und übersinnliche Art und Weise wieder bemerkbar. Und Meister King muss nur ein Bild umfallen lassen, um uns mit Gänsehaut in die hoffentlich nicht all zu lange Wartezeit auf End Of Watch zu entlassen.

Eine Hörprobe gibt es hier!

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