Evolution – Die Stadt der Überlebenden

Eigentlich wollen Jem und Lucie zusammen mit einer Gruppe von Austauschschülern nach Denver fliegen. Als ihr Flugzeug allerdings notlanden muss, finden sich die Passagiere in einer fremden und lebensfeindlichen Umwelt wieder. Als sie schließlich herausfinden wo und wann sie sich befinden, beginnt für die Kinder eine gefährliche Reise …

Thomas Thiemeyer legt hier einen durchaus spannenden Abenteuerroman für Jugendliche vor, in dem sich sowohl Elemente klassischer Science-Fiction-Geschichten als auch immer wieder Anspielungen auf moderne Genrevertreter finden.
So hat er bei mir bereits ganz zu Beginn des Romans einen Pluspunkt ergattert, als er nämlich der Handlung ein Zitat von John Connor voranstellt, jenem Helden und Weltenretter, den Kinofans aus der „Terminator“-Filmreihe kennen.

Bei der abenteuerlichen Reise in Richtung Denver und den damit verbundenen Figuren (und Monstern) musste ich aber auch immer wieder an Geschichten von H. G. Wells denken, etwa „Vergessene Welt“ oder „Die Zeitmaschine“.

Die Erklärungen die Thiemeyer für die Veränderungen auf der Erde anführt, sind dabei bei aller Fantastik durchaus plausibel. Schließlich warnen Astronomen immer wieder vor drohenden Meteoriteneinschlägen mit verheerenden Folgen für Klima und Umwelt. Und auch von der Theorie, die Bausteine für das Leben seien vor langer Zeit „an Bord“ von Meteoriten auf die Erde gekommen, meine ich auch schon mal gehört oder gelesen zu haben.

Der draufgängerische Jem und die sensible Lucie, die Helden der Geschichte, bilden optimale Identifikationsfiguren für die jugendliche Zielgruppe. Natürlich wird aus den beiden ein Paar, und natürlich ist ihr Glück nur von kurzer Dauer.

Gerade im letzten Drittel des Romans geizt der Autor dann auch nicht mit spannenden und actionreichen Sequenzen, wobei er das Geheimnis um die „Feinde“ der Zeitreisenden bis zum Ende des Romans nicht lüftet. Und das bleibt nicht der einzige Cliffhanger am Ende dieses kurzweiligen Romans, was die Spannung und Vorfreude auf Teil 2 steigen lässt, welcher im Frühjahr 2017 erscheint.

Ein paar Worte noch zum Vorleser:

Mark Bremer beweist ein gutes Gespür für den Roman und seine Figuren. Auch hat man es sich nicht nehmen lassen, ein paar Geräuscheffekte einzubauen, sodass etwa Lautsprecherdurchsagen schön echt klingen, und der in der Geschichte auftretende Roboter eine passend blecherne Stimme bekommt. Auch schäme sich keiner eines kleinen Schreckmoments wenn die „Feinde“ zum ersten Mal unvermittelt auftreten. Denn für die hat sich Mark Bremer ein wirklich schauerliches Timbre einfallen lassen.

Ein schöner, abenteuerlicher und fantastischer Jugendroman für alle, die sich an Enid Blyton und Juniordetektivgeschichten satt gelesen haben. Und auch Eltern die sonst eher zu Schmökern von Douglas Preston & Lincoln Child oder Michael Crichton greifen, sollten ruhig mal bei Thomas Thiemeyer reinhören.

Eine Hörprobe gibt es hier!

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