Dorian Hunter (35.1) – Niemandsland – Eingeladen & (35.2) – Niemandsland – Ausgeliefert

Während Dorian sich in Panama an die Fersen von Secret-Service-Mann Victor Shapiro haftet, überschlagen sich in der Jugendstilvilla in London die Ereignisse. Denn es gibt einen Verräter unter Hunters Getreuen, der alles daran setzt, dämonischen Mächten Einlass in die Villa zu gewähren. So tauchen auch bald Lydia und Georg Zamis dort auf und bringen die Bewohner in ihre Gewalt. Dorian trifft zwar bald auf Shapiro, gerät allerdings in einen Hinterhalt und muss hilflos dem teuflischen Treiben in London zusehen.

Die 95 Minuten lange Doppelfolge, gewissermaßen der Abschluss der „Secret-Service-Trilogie“, lebt von ihrer ungewöhnlichen Erzählweise und rasanten Szenenwechseln zwischen den verschiedenen Handlungsorten.
Dorian Hunter erhält dazu noch virtuelle Unterstützung durch seinen jungen Hacker-Spezi Colin Briggs, der ihm dank eines technischen Spielzeugs ständig als kleiner Mann im Ohr sitzt und ihn über die Ereignisse in London auf dem Laufenden hält.
So entstehen immer wieder spannende und amüsante Dialoge (besser: Trialoge), wahrend derer Hunter sowohl auf die Kommentare Colins und auf Shapiros Schikanen reagieren muss.

Bethany Bail muss derweil ziemlich hilflos versuchen, sowohl Hunter als auch die Geiseln in der Villa vor dem Schlimmsten zu bewahren, was schließlich zu einem spontanen Himmelfahrtskommando von Coco Zamis führt.

Trotz vieler Szenen- und Schauplatzwechsel geht dabei beim Hörer nie die Übersicht verloren.
Besonders schön: Die Hauptfiguren werden allesamt gleichberechtigt behandelt. Jede bekommt ihren großen Moment.

Ich habe mich besonders über das Wiederhören mit Phillip gefreut, wie immer toll kindlich und naiv gespielt von Tim Kreuer, der den Zamis-Geschwistern das Leben ziemlich schwer macht. Und Coco erweist sich nach ihrem Soloabenteuer in Folge 34 zunehmend als coolste Figur („Sau“ will ich nicht schreiben :-) ) innerhalb der Serie, was mich erneut von einem Hörspiel-Spin-Off der Geschichten um „Das Haus Zamis“ träumen lässt.

Durch die atemlose Erzählweise vergehen vor allem die ersten 48 Minuten wie im Flug.
Danach wird lediglich die Befreiungsaktion von Dorian stellenweise unfreiwillig komisch, denn ihm soll mittels eines ziemlich umständlichen Rituals sein Dämonenkillerdasein ausgetrieben werden.
An einer Stelle bringt es Hunter selbst auf den Punkt: „Warum erschießen Sie mich nicht einfach?“ fragt er Shapiro da, und auch mir kam beim Hören kurz diese spielzeitsparende Alternative in den Sinn.
Natürlich kommt am Ende alles anders. Und ohne zu viel zu verraten, spielt dabei das Thema Zeit(magie) eine wichtige Rolle, was akustisch ebenfalls sehr schön umgesetzt wurde.

Wie schon bei Folge 22 hat man auch an dieses Hörspiel einen Epilog angefügt.
Das Kurzhörspiel trägt den Titel „Das Paket“ und beschert uns ein Wiederhören mit einem alten Bekannten. Mit neuer Stimme. Auch der bekommt es auf unangenehme Weise mit Dämonen zu tun und bricht allem Anschein nach in Richtung Südamerika auf, wohin wir ihn wohl in Folge 36 begleiten werden. Diese wird laut Vorankündigung im Dezember 2017 erscheinen und den Titel „Auf der Santa Maria“ tragen.

Ein sehr guter Zweiteiler, abwechslungsreich und zugleich erfreulich geradlinig erzählt. Das Hunter-Team kämpft für kurze Zeit wieder mit vereinten Kräften, scheint am Ende aber zerrissener als je zuvor.

Weitere Infos gibt es hier!

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