Die Welle

Als Rainer Wenger, Lehrer an einem deutschen Gymnasium, das Thema Autokratie für die Projektwoche zugeteilt bekommt, ist er alles andere als begeistert. Viel lieber hätte er sich mit seinen Schülern mit dem anarchistischen Gesellschaftsbild beschäftigt. Schließlich gehörte er selbst mal zur Hausbesetzer-Szene. Aber er hat keine Wahl und der Klassenraum ist voll, denn mit dem laissze-fairen Lehrer verbringen die Schüler gerne ihre Zeit.

Trotzdem verläuft die erste Stunde eher schleppend. Die Jugendlichen sind der Meinung, dass eine Diktatur im heutigen Deutschland nicht mehr entstehen könne. Damit scheint das Thema ausdiskutiert zu sein. Wenger entschließt sich darum zu einem folgenreichen Schritt. Um den Schülern eine Massenbewegung wie in der NS-Zeit zu erklären, formiert er aus ihnen eine neue Bewegung „Die Welle“, mit ihm als ideologischer Leitfigur. Doch schnell wird aus dem Experiment bitterer Ernst, denn die Gruppe wächst nicht nur schnell an, sonder entwickelt zudem ihre ganz eigene Dynamik.

Mit Die Welle stellt der Jumbo-Verlag in seinem GoyaLibre-Programm ein weiteres Original-Hörspiel zum Film vor. Die Erzähler-Passagen werden, wie immer souverän, von Stefan Kaminski gesprochen. Einzig die Übergänge zum O-Ton des Kinofilms von Regisseur Dennis Gansel wirken am Anfang etwas abgehackt, das liegt aber wohl in der Natur der Sache.

Dafür punktet Die Welle mit den Stimmen von Jürgen Vogel (Rainer Wengers) und Christiane Paul (Anke Wenger). Diese Besetzung funktioniert auch ohne Bilder großartig. Ebenso, wie der für den Kinofilm überarbeitete Romanstoff von Morton Rhue, dem die zeitliche Verschiebung in unsere Zeit durchaus gedient hat. Schließlich bleibt der Stoff aktuell.

Als Bonusmaterial finden sich noch Interviews des Regisseurs und einiger Darsteller auf der CD.

Ein Hörprobe findet ihr hier!

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