Die drei ??? (169) – Die Spur des Spielers

die drei fragezeichen die spur des spielersWie kann es sein, dass ein scheinbar normales Schachspiel zu einem derart horrenden Preis versteigert wird? Als kurze Zeit später das Spiel gestohlen wird, wittern die Fragezeichen einen neuen Fall. Und schnell müssen die Freunde feststellen, dass sie nicht als einzige hinter dem Spiel her sind. Welches Geheimnis verbirgt sich dahinter? Und wem können sie trauen?

André Marx hat nach mehrjähriger Fragezeichen-Abstinenz mit der Vorlage zu diesem Hörspiel wieder einen Roman zu der Endlosreihe beigesteuert. Gut so, war er doch schließlich meist ein Garant für Geschichten mit etwas mehr Pep und Hirn, abseits vom ewigen Rätselreimgelöse und Baukastengeschreibsel manch anderer Autoren.

Auch Die Spur des Spielers, das zu Beginn des Hörspiels an Klassiker wie Der sprechende Totenkopf erinnert, bietet insgesamt etwas mehr Abwechslung, der Hörspaß wird jedoch durch manch übertriebene oder unprofessionelle Sprecherleistung getrübt.

So überspannt Monika Werner in der Rolle der hexigen Nachbarin Mrs. Kretschmer den Bogen ziemlich gewaltig, sodass ihr Schreckschraubengehabe, inklusive Aussprachekleinoden wie „Sängsgiving“, auf Dauer doch ziemlich auf den Keks geht.

Dem gegenüber steht etwa Tim Helssen als Nachbarsjunge Derek, der dermaßen hölzern agiert, stets bemüht jedes „T“ am Ende eines Wortes auch deutlich zu betonen, dass man sich vorkommt wie beim Probenwochenende der Laienspielgruppe Haselünne.

Und so sehr mich das Wiederhören mit Astrid Kollex (She-Ra – Princess Of Power) freut, durch ihr stellenweise übertrieben kreischiges Spiel ruiniert sie leider ihre eigentlich vielversprechende Rolle größtenteils.

Ein Lichtblick ist mal wieder der begnadete (Hörspiel-)Sprecher Stephan Schad, der inmitten einer Besetzung im Dilettantenstadl-Modus allerdings fast deplatziert wirkt.

Dabei hätte man mit sorgfältigerer Sprecherwahl und Regie aus der nicht üblen Vorlage noch einiges mehr rausholen können. Denn die ist nach den Katastrophen der Vergangenheit mal wieder eine willkommene, weil originellere Abwechslung.

Mir ist schon klar, dass man wegen uns (alten, mäkeligen, übersättigten, nie zufriedenen…) Fans der ersten Stunde das Rad im Hause EUROPA nicht mehr neu erfinden wird, aber ich möchte doch im Namen aller qualitätsbewussten Hörer an die Macher appellieren:

Lasst bitte wieder mehr Sorgfalt bei der Auswahl eurer Sprecher walten und achtet bitte etwas mehr darauf, dass es nicht in ganz Kalifornien so klingt wie am runden Tisch des Tonstudios Körting.

Danke!

Hier geht´s zur Hörprobe!

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