Die drei ??? (185) – und der Mann ohne Augen

Die Detektive werden Zeugen eines Hausbrands. Zwar ist der Brandstifter schnell ermittelt, allerdings werden die Jungen auch Zeuge eines Einbruchs in eine der Wohnungen. Der Einbrecher lässt eine Kiste zurück, in der Justus, Bob und Peter auf die Spur eines Verbrechens stoßen. Was hat es mit dem „Mann ohne Augen“ auf sich?

Dass man aus dem Setting Wohnhaus / Wohnanlage eine gute Story stricken kann, hat schon der Klassiker „Die drei ??? und der Karpatenhund“ gezeigt.

Leider opfert der Autor Christoph Dittert das Potenzial vieler vorhandener Figuren im vorliegenden Fall verschiedenen Storysträngen, von denen vor allem der um den augenlosen Mann ziemlich abenteuerlich ist.

Es kann ja sein, dass man zum Motiv Kindesentführung greift um einen Bösewicht zu charakterisieren. Muss es denn aber gleich sechsfaches (!) Kidnapping sein, zumal von einem derart schauerlichen Täter, der seine jungen Opfer mit seinem entstellten Antlitz schier zu Tode geängstigt hat?

Der Bösewicht muss natürlich auch einen Auftritt im Hörspiel haben. Dieser könnte allerdings kleine Zielgruppenhörer im gleichen Maße verstören, wie er die Ü-40-Hörer zum Großteil amüsieren wird.

Es ist kein gutes Zeichen, dass man scheinbar mehr und mehr aus den Augen verliert, dass es sich bei „Die drei ???“ um eine Kinderserie handelt. Ich erinnere mich noch ungern an die Geschichte „Der Geist des Goldgräbers“, in der man sogar eine Leiche einfrieren musste, um für ausreichend Schauwerte zu sorgen.

So bliebe auch von „Der Mann ohne Augen“ nicht viel mehr übrig als eine fußlahme Räuberpistole aus dem Endlosserienbaukasten, wenn man uns die übertrieben schauerlichen Details um den titelgebenden Verbrecher erspart hätte.

Was kommt als nächstes? Wird eine Hauptfigur in nicht all zu ferner Zukunft den Serientod sterben? Weil das ja gerade so hip ist in Erwachsenenfernsehserien.

Oder kommen bald gar „Die drei ??? Adults“?

Ich hoffe nicht, denn das wären nicht mehr meine Fragezeichen.

Eine Hörprobe gibt es hier!

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