Das tapfere Schneiderlein

Der Dresdner Wunderhaus Verlag hat eine musikalische Fassung des berühmten Märchens der Brüder Grimm veröffentlicht.
In der Hauptrolle ist Lars Rudolph zu hören, der mich zuletzt in Martin Zylkas Hörspieladaption von Heinz Strunks Roman „Der goldene Handschuh“ als Frauenmörder Fritz Honka tief verstört und fasziniert hat.

Aber auch als tapferes Schneiderlein weiß der vielseitige Schauspieler von Beginn an zu überzeugen und liefert gleich zu Beginn mit dem „Titellied“ einen echten Ohrwurm, der sicherlich in einigen Kinderzimmern in Endlosschleife laufen wird.
Auch die übrige Besetzung ist hochkarätig, unter anderem ist der Schauspieler William Cohn als Riese zu hören, den Fernsehzuschauer sicher aus Einspielern in Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale“ kennen werden.

Und sogar Dieter Hallervorden ist in der Rolle des Königs mit von der Partie.

Für die eingängigen Melodien und lustigen Liedtexte ist der Musiker Sebastian Lohse verantwortlich, der auch die Regie übernommen hat. Lohse wurde unter anderem als Sänger der Rockband „Letzte Instanz“ bekannt.
Die Hörspieladaption hat der Künstler Wolfsmehl übernommen, den Hörspielfreunde unter anderem durch seine Zusammenarbeit mit Konrad Halver für das bewegende Ausnahmehörspiel „Zeit der Unübertrefflichkeit“ kennen sollten.

So bietet das musikalische Märchen jede Menge Unterhaltung für kleine und große Hörer. Manche Dialoge und Songs („Ich bin ein Einhorn“) erinnern an den anarchischen Humor der britischen Komikertruppe Monty Python.
Auch die Geräusch- und Effektkulisse ist durchweg stimmig und sorgfältig. Lediglich Dieter Hallervordens kurze Auftritte klingen etwas blechern.

Und wenn sich im Anschluss an die dadaistische Gesangsdarbietung des Wildschweins (Peter Anders) die Prinzessin (Michaela Schober) zu einer wunderschön gesungenen elegischen Arie in bester Disneymanier aufschwingt, passt das auch nicht unbedingt ins ansonsten liebevoll chaotische Gesamtbild.

Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
Wer sich und seine Kinder mit einem musikalischen, teilweise umwerfend komischen Märchenabenteuer erfreuen möchte, der sollte auf jeden Fall mal reinhören.

Hier gibt es weitere Infos!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*