Antares 8 – Welt-Alarm

40 Jahre nach der Erstveröffentlichung bringt das Label Maritim in Zusammenarbeit mit Oliver Döring (Imaga) das „Kulthörspiel“ zusammen mit dem Nachfolger „Antares 9 – Verräter an Bord der Antares“ auf Doppel-CD und in digital überarbeiteter Form auf den Markt.

Mir waren die Hörspiele bisher nicht bekannt, und so schreckte ich beim Lesen des fein gestalteten Booklets (inklusive Wendecover) zunächst einmal zurück. Regisseur der beiden Hörspiele ist nämlich kein Geringerer als Toyo Tanaka, dem ich einige meiner traumatischsten Hörspielerlebnisse zu verdanken habe, etwa den Genuss der wahnsinnig blöden Kinderserie „Blue Eyes Superstars“ oder einer Hörspielneuauflage der Serie „Fix und Foxi“, von der mir vor allem der grausame Nonstop-Dudelsoundtrack in Erinnerung geblieben ist.

Und schon nach Durchlauf von „Antares 8“ musste ich mich fragen, warum man gerade dieser Produktion die Gnade einer Wiederveröffentlichung auf CD zuteil werden lassen musste.

Die Story war für Achtjährige des Jahres 1978 vielleicht ein echter Knaller, heutzutage und in den Ohren eines 42-jährigen Hörers muss man sie streckenweise als ziemlich doof bezeichnen, zumal mir mit acht Jahren, schon der um Universen bessere „Jan Tenner“ zur Verfügung stand.

Technisch mag das Ganze zur damaligen Zeit zwar imponiert haben, bietet aber eine relativ unspektakuläre Weltraumatmosphäre, lediglich mit ein paar Expolosionen und etwas Gefiepe an Bord des Raumschiffs. Und die Musik! Enervierendes Synthiegeklimper, beinahe so gehörgangzersetzend wie einst beim Tonstudio Braun.
Die Besetzung geht in Ordnung. Zu hören sind etwa Ursela Monn und Klaus Dittmann, sowie Michael von Rospatt als Kommandant (!), der allerdings vor 40 Jahren schon klang wie der ewige nette Opa von nebenan.

In der Folge „Antares 9“, in der ein wichtiger Passagier an Bord des Raumschiffs zu einem Planeten transportiert werden soll, gibt sich gar der große Ernst von Klipstein die Ehre, der einige Jahre nach diesem Weltraumschmarrn ja als Arkonide Crest in den Perry-Rhodan-Hörspielen von Europa glänzen durfte.

So bleibe ich nach 90 eher enttäuschenden Minuten, die teilweise von einem unerträglich blöden Humor durchsetzt sind (Der Roboter am Ende von „Antares 9“!!!), gegen den sogar Fips Asmussen wie der deutsche John Cleese wirkt, mit einem großen „Warum?“ zurück.

Im Hörspielkatalog von Maritim sind noch so viele Schätze zu heben, etwa die grandiosen „Science-Fiction-Dokumente“ von P. Bars (H. G. Francis).
Remastert die doch bitte und packt „Das Geheimnis des Bermuda.Dreieck“ in eine schöne CD-Box mit Booklet, Aufkleber und Glockenspiel!

Die Antares erhält von mir leider nur das Prädikat „Für Fans“.

Hier könnt ihr die CD bestellen!


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